Teramo - Lago di Campotosto

Teramo - Lago di Campotosto







Endlich wieder in “unseren” Abruzzenbergen. Ein Jahr lang haben wir diesen Augenblick herbeigesehnt. 6:30 Uhr klingelt der Wecker und nach einem leichten Frühstück geht es bei leichtem Regen los. Doch vor den Genuß haben die Italiener die Tunnel gestellt. Der Verkehr ist recht lebhaft auf der SS80, dafür ist die Steigung noch nicht so stark. So kommen wir gut voran. Bis zum Abzweig nach Frondarola. Da ereilt uns der erste Tunnel. Nur am Anfang etwas beleuchtet, dann ein schwarzes Loch. Außerdem für Fahrräder verboten. Na gut, dann muß es ja eine Umfahrung geben. Die Karte sagt nein, wir versuchen es trotzdem. In Frondarola (sempre su) gibt es den obligatorischen Cappuccino und die Auskunft, daß es wirklich keine Umfahrung gibt. Also wieder runter und Augen auf, Licht an und durch. Ein Ausweichen ist in diesem Tunnel nicht möglich (die Bordkante ist 30 ...40 cm hoch) und der Verkehr dröhnt. Das verleiht Flügel und so kommen wir heil am anderen Ende an. Verschnaufen, Blick in die Runde und wir entdecken einen Wegweiser nach Frondarola ... Es gibt sie also doch die Umfahrung.






Nächstes Zwischenziel ist Montorio al Vomano. Es beginnt wieder zu regnen. Im Centro ist Markt und es gibt Porchetta. Das kommt jetzt recht. Aber es fängt an zu schütten. Wir flüchten uns unter einen Torbogen und essen erst mal in aller Ruhe. Es wird schon aufhören. Ein freundlicher alter Herr holt uns zwei Stühle und stellt sich als Barbiere im Ruhestand vor. Nach dem Essen zeigt er uns seinen Laden und läßt uns am Friseurbecken unsere fettigen Hände Waschen. Ein Freund von ihm gesellt sich dazu und nachdem er erfahren hat, daß wir heute zum Lago di Campotosto wollen, stellt er fest, daß das gar nicht zu schaffen ist. Er schlägt uns unzählige andere Routen vor, doch der Regen hat aufgehört und wir müssen weiter.







Weiter geht es immer mäßig bergauf. Es ist ein guter Einstieg in die Tour; wir können uns einfahren. Auf halber Strecke geht uns das Wasser aus. Ein freundlicher Anwohner hilft uns wortlos, als er mich mit der leeren Flasche sieht. Zwischendurch noch Tunnel vom gleichen Schlag, wie der erste, aber nicht so lang. Einen konnte man sogar umfahren. Vor Ortolano, vor dem letzten Tunnel sind wir dann ziemlich am Ende, doch wir müssen noch - verbotenerweise - durch. Kurz nachdem wir es geschafft haben kommt ein Polizeiauto aus dem Tunnel gefahren. Wir glauben aber nicht, daß die Polizisten etwas gesagt hätten.

Nach einer längeren Pause verlassen wir die SS80 und nehmen eine Abkürzung zum See. Da heißt es aber erst mal Schieben - es sind noch 300 Höhenmeter. Dann endlich der See. Die fahrt zum Zeltplatz geht gemütlich am Seeufer entlang und wir verwerfen den Plan einer Seeumrundung am nächsten Tag. Der Campo Imperatore ruft zu laut. 20:00 Uhr haben wir es schließlich geschafft und 21:30 Uhr sitzen wir beim Essen. (Der Zeltaufbau ging dieses Mal entspannter vonstatten: wir haben uns vernünftige Heringe gekauft und einen kleinen Hammer mitgenommen).





Übernachtung: Agricampeggio “Cardito”. € 15,-. Küche vom Feinsten (Agniello, Bruschette, Wein, Caffé) € 39,-

61 km, Schnitt 11,2 km/h, Fahrzeit 5:08h, 1155 Höhenmeter




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